«In den ersten 20 Minuten nach der Pause haben wir es verpasst, das 2:0 zu erzielen und somit für eine Vorentscheidung zu sorgen. Wir vergaben leichtfertig unsere Torchancen, einmal war auch Pech im Spiel», analysiert Marco Ammann nach Abpfiff.

Und der Concordia-Captain dachte wohl an seinen 16-Meter-Schuss, der von der Latte ins Feld zurückprallte. Es war in der Tat jene Phase, von der 46. bis 65. Minute, in welcher die Gastgeber mit schnell vorgetragenen Angriffen dem 2:0 sehr nahe standen.

«Mehr Entschlossenheit gewünscht»

Über die gesamte Spielzeit betrachtet geht der Punktegewinn für die «Schwarz-Sterne» jedoch auch in Ordnung.

Nach einer ereignislosen Startviertelstunde bestimmte die Elf von Cheftrainer Samir Tabakovic das Spielgeschehen, auch wenn der frühere Profispieler befand, dass «wir in den ersten 45 Minuten viel zu passiv waren. Ich hätte mir mehr Entschlossenheit bei unseren Angriffen gewünscht. Aber gegen Spielende hatten wir genügend Möglichkeiten, die Partie für uns zu entscheiden», so der frühere FCB-Innenverteidiger.

Führung für das Heimteam

Das 1:0 entsprang einem Traumpass von Nico Thüring, dessen 20-Meter-Zuspiel die ganze Gästeabwehr «aushebelte», sodass Yunus Koc, alleine vor Gästehüter Cédric Saladin, überlegt abschliessen konnte.

Noch vor der Halbzeitpause hätten die Black Stars ausgleichen können, doch «Congeli»-Hüter Florian Stocker parierte bravourös einen Foulelfmeter von Seyfettin Kalayci. Der Gast benötigte einen zweiten Strafstoss, um das 1:1 zu erzielen.

Beide Teams mit Ambitionen

Der Elsässer Michael Feghouli, welcher letzte Spielzeit beim FC Saint-Louis Neuweg (sechsthöchste Spielklasse in Frankreich) 25 Tore erzielt hatte, liess Stocker keine Abwehrchance. Und besagter Stocker rettete in der Nachspielzeit (91.) seiner Equipe den einen Punkt, als er einen Abschlussversuch von Mark Troller abwehrte. Statt des möglichen 2:1-Sieges in extremis gab es nur einen Eckball für die Gäste.

Der FC Concordia konnte seine Leistungen der drei letzten Wochen (vier Spiele, vier Siege, 10:1-Tore) bestätigen. Cheftrainer Peter Schädler hat jetzt, dank den Neuzuzügen (der 160 Zentimeter grosse John Baggio Rakotonomenjanahary aus Madagaskar beschäftigte oft die ganze Gästeabwehr, während ex-Super-League-Spieler Yao Aziawonou wegen einer leichten Blessur nur Ersatz war) so viel Substanz erhalten, dass der Aufsteiger tabellenmässig nicht mehr nach hinten, sondern durchaus in Richtung Spitzenplätze blicken darf.

Black Stars, dessen breites Kader fast zwei Teams zulassen würde, hat seine Ambitionen nachhaltig unterstrichen. Auch wenn dies niemand offen ausspricht – wer den umtriebigen Sportchef Peter Faé kennt, weiss, dass dieser Lust auf einen Ligawechsel hat.